|||                Soziale Dreigliederung                 |||

Freiheit - Gerechtigkeit - Verantwortung

3.3   Vielfalt im Gesundheitswesen

Gesundheit ist ein Zustand vollständigen körperlichen,

psychischen und sozialen Wohlbefindens

und nicht nur das Freisein von Beschwerden und Krankheit.
(WHO, 1946)

 

Gesundheitsförderung zielt auf einen Prozess,

allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung

über ihre Gesundheit zu ermöglichen

und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen.

(WHO, Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung 1986)


Mit unseren Vorschlägen und Forderungen unterstützen wir u.a. die Vereine und Organisationen Weil's hilft und Gesundheit aktiv

[3.3.1] Jeder Mensch hat das Recht, über seine individuelle Gesundheit, ihren Schutz und ihre Pflege frei zu entscheiden. Das Gesundheitssystem muss deshalb nach dem Prinzip der Freiheit gestaltet werden.

[3.3.2] In einem freien Gesundheitswesen werden die Therapiepläne individuell mit den Patienten abgestimmt. Es ermöglicht den gleichberechtigten, wertschätzenden und interdisziplinären Austausch von Komplementärmedizin, Naturheilverfahren und Schulmedizin zum Wohle der Patienten.

3.3.1   Aufbau von Gesundheitsregionen

[3.3.1.1] Das Gesundheitssystem soll sehr viel stärker als bisher lokal und regional gestaltet werden. Sinnvoll ist der Aufbau von Gesundheitsregionen, die sich an den jeweiligen lokalen und regionalen Gegebenheiten orientieren und in denen alle am Gesundheitsgeschehen Beteiligten gemeinsam Konzepte zur Gesundheitsförderung entwickeln und umsetzen. Jede Region soll ein Budget für die Finanzierung aller Versorgungssektoren erhalten (Prävention, ambulante und stationäre Versorgung, Rehabilitation). Die Planung und Koordination für besondere Patientengruppen, z. B. Schwerstkranke, soll weiterhin überregional erfolgen.


3.3.2   Bürgerbeteiligung stärken

[3.3.2.1] Unser Gesundheitssystem kann bestehende und künftige Herausforderungen nur bewältigen, wenn unmittelbar Betroffene eingebunden werden. Die Stimmen von Patienten und Bürgern, von Selbsthilfegruppen und Vereinen mit Gesundheitsbezug müssen bei der Gestaltung nicht nur der Gesundheitsrealität vor Ort, sondern auch der übergeordneten Strukturen zentral eingebunden werden. 

[3.3.2.1] Die direkt Betroffenen sollen sich darüber verständigen, welche Medizin und Pflege von ihnen gewollt wird und wie sich das Gesundheitswesen weiterentwickeln lässt (z.B. durch Bürgerräte für Gesundheit, Mitwirkung bei regionalen und überregionalen Entscheidungsprozessen).


3.3.3   Wahrheitsgemäße Technikfolgenabschätzung

[3.3.3.1] Wir fordern eine umfassende, neutrale und von wirtschaftlichen Interessen unbeeinflusste wissenschaftliche Technikfolgenabschätzung vor Einführung jeder neuen Technologie (z.B. des 5G Mobilfunkstandards) und jedes potentiell schädlichen Präparates (z.B. neuartiger Impfstoffe). Diese Abschätzung muss die Auswirkungen einer Technologie bzw. einer Substanz auf die Gesundheit der Menschen, Tiere und der Umwelt umfassend analysieren, so dass das Nutzen-Risiko-Verhältnis objektiv dargestellt werden kann.


3.3.4   Förderung gesunder Ernährung

[3.3.4.1] Wir fordern, dass eine gesunde Ernährung für alle Menschen möglich wird. Wir lehnen staatlich verordnete Höchst- oder Mindestmengen einzelner Substanzen, staatlich erzwungene Lebensmittelzusätze oder Verbote – beispielsweise von exotischen Lebensmitteln oder – ab und fordern eine ausführliche und lückenlose Kennzeichnung aller in verarbeiteten Lebensmitteln enthaltenen Substanzen. 

[3.3.4.2] Forschung zu gesunder Ernährung muss öffentlich finanziert werden. Gremien wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung müssen unabhängig besetzt werden. Wirtschaftsunternehmen dürfen keinen Einfluss auf die Forschung und die Besetzung der Gremien haben. 


3.3.5   Gesundheitsbildung in Kitas und Schulen

[3.3.5.1] Gesundheitsbildung muss im Kindergarten einsetzen und in der Schule fortgeführt werden. Wir setzen uns für gesunde Kindergärten und Schulen ein, in denen Gesundheitsbildung auch praktisch gelebt wird. Hier hat Bewegung, vorzugsweise in der Natur, einen hohen Stellenwert. 

[3.3.5.2] In Kindergärten und Schulen sollen Elternbildungskurse angeboten werden, die Eltern Kompetenz, Wissen und Sicherheit im Umgang mit ihrer Gesundheit und der Gesundheit ihrer Kinder vermitteln. 


3.3.6   Individuelle Therapieentscheidung

[3.3.6.1] Mündige Patienten haben das Recht, gemeinsam mit dem Arzt/Therapeuten zu entscheiden, welche Behandlung (oder auch Nicht-Behandlung) die richtige ist. Dasselbe muss auch für psychotherapeutische Behandlungen gelten. Kann der Patient nicht mehr mündig entscheiden, werden Vertrauenspersonen bei medizinischen Entscheidungen mit einbezogen. 


3.3.7   Gleichberechtigte Beurteilung aller Medikamente

[3.3.7.1] Heilung ist ein individueller Prozess. Heilmittel, Medikamente und Therapieverfahren können deshalb nicht in allgemeingültige Schemata gepresst werden. Wir fordern neue Kriterien und Verfahren der Beurteilung von Therapieansätzen und Medikamenten durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen IQWIG und des Gemeinsamen  Bundesauschusses G-BA, die u.a. den Verfahren, Methoden und Präparaten der Naturheilkunde, der traditionellen Medizinsysteme und der Komplementärmedizin, aber auch anderer individueller Therapieansätze gerecht werden. 

[3.3.7.2] Heilmittel, Medikamente, Therapieansätze und –verfahren, die sich empirisch als nicht schädlich erwiesen haben, sollen grundsätzlich erlaubt und zugelassen werden, zumindest im Einzelfall und in der gemeinsamen Verantwortung des Arztes/Therapeuten und des Patienten.


3.3.8   Aufwertung der Pflege

[3.3.8.1] Pflegekräfte müssen deutlich besser bezahlt werden. Insbesondere muss der Pflegeschlüssel zugunsten eines besseren Pfleger/Patienten Verhältnisses angepasst werden. 


3.3.9   Gleichberechtigte Ausbildungen

[3.3.9.1] Die medizinisch-therapeutischen Ausbildungen folgen einem streng hierarchischen System. In einem individuellen, auf den ganzen Menschen gerichteten Therapieprozess ist aber nicht immer der approbierte Facharzt gefragt; oft werden auch andere Qualitäten benötigt. Wir fordern deshalb eine gleichwertige, sachgemäße Finanzierung der verschiedenen Ausbildungswege zum Therapeuten – sei es Facharzt, Heilpraktiker, Heilmittelerbringer oder andere – unter Berücksichtigung der unterschiedlichen, sich ergänzenden Qualifikationen.

[3.3.9.2] Die Inhalte des Medizinstudiums werden heute von einem materialistischen Menschenbild und dem engen Fokus auf die evidenzbasierten, auf den Einsatz chemischer Arzneimittel und medizinischer Geräte fokussierten Therapieformen bestimmt. Wir setzen uns dafür ein, dass diese einseitige Sichtweise durch andere Sichtweisen und Therapieansätze in angemessener Form ergänzt wird, beispielsweise der Komplementärmedizin, der Naturheilkunde und der verschiedenen traditionellen Medizinsysteme. 


3.3.10   Forschung, Forschungsfinanzierung, Zulassung

[3.3.10.1] Forschung im Gesundheitswesen und Entwicklung neuer Therapien und Medikamente dürfen nicht allein von wirtschaftlichen Interessen bestimmt werden. Wir setzen uns dafür ein, dass die öffentliche und aus Steuergeldern finanzierte Forschung und Entwicklung neuer Medikamente und Therapieformen massiv gestärkt und die Einflussnahme privater Unternehmen und Konzerne deutlich beschränkt wird.

[3.3.10.2] Wir fordern Transparenz in der Gesundheitsforschung und einen kostenfreien Zugang zu allen wissenschaftlichen, medizinischen und therapeutischen Forschungsergebnissen. 

[3.3.10.3] Wir fordern, das Spektrum der Methoden zur Beurteilung neuer Mittel und Therapien zu erweitern, bzw. passende Prinzipien und Methoden zu entwickeln und in allen Entscheidungsebenen einzusetzen, durch die u.a. natürliche Präparate und individuelle Therapieverfahren erfasst, erforscht, in der Praxis erprobt und weiterentwickelt werden können.

[3.3.10.4] Medikamente, die keinen wirtschaftlichen Gewinn versprechen, werden oft nicht entwickelt und zugelassen. Wir fordern eine staatlich finanzierte, von wirtschaftlichen Interessen unabhängige Institution, die die Aufgabe hat, potentiell wirksame und kostengünstige Medikamente (weiter) zu erforschen, zu entwickeln  und zuzulassen. 


3.3.11   Persönliche Gesundheitsbudgets

[3.3.11.1] Ein freies und vielfältiges Gesundheitswesen wird durch ein von den Krankenkassen finanziertes, persönliches Gesundheitsbudget für jeden Versicherten ermöglicht, das für bestimmte Präventionsmaßnahmen und im Krankheitsfall zur Bezahlung der Therapiekosten eingesetzt werden kann. Therapieformen und Medikamente kann der Versicherte gemeinsam mit seinem Arzt/Therapeut frei wählen. 


3.3.12   Keine Impfpflicht

[3.3.12.1] Es darf weder eine direkte noch eine indirekt wirkende Impfpflicht geben. Die Entscheidung über eine Impfung ist rein persönlich und darf auf keinen Fall staatlich vorgeschrieben werden. Wir fordern deshalb auch die sofortige Rücknahme des Masernschutzgesetzes.


3.3.13   Solidargemeinschaften

[3.3.13.1] Neben der Krankenversicherung werden auch Solidargemeinschaften im Gesundheitswesen zur Absicherung im Krankheitsfall anerkannt. Bestehende Solidargemeinschaften müssen geschützt werden. Diese sollen in selbst bestimmter Weise arbeiten können.