|||                Soziale Dreigliederung                 |||

Freiheit - Gerechtigkeit - Verantwortung

5.3   Ökologische Landwirtschaft


[5.3.1] Nachhaltig arbeitende landwirtschaftliche Betriebe vermeiden durch den Verzicht auf chemisch-synthetische Dünge- und Pflanzenmittel, durch extensive Tierhaltung, regionale Herkunft von Betriebsmitteln, Verwendung von samenfesten Sorten, etc. negative externe Effekte der Landwirtschaft. Die Betriebe haben dadurch einen höheren Aufwand, aber in der Regel weniger Gewinn. Öffentliche Fördergelder sollen nach einem gemeinwohlorientierten Verteilungsschlüssel vergeben werden, der soziale, ökogische und regional-ökonomische Leistungen der Landwirtschaft für die Allgemeinheit angemessen berücksichtigt. 

[5.3.2] Regionalisierte Vertriebsstrukturen für landwirtschaftliche Erzeugnisse helfen dabei, Lebensmittelverschwendung und -vernichtung zu vermeiden. Dem Erzeuger soll der Hauptanteil des Verkaufspreises zufließen. Dazu setzten wir uns auch für eine Förderung der Solidarischen Landwirtschaft ein, in der Konsumenten Versorgungsaktien bei Betrieben erwerben und die Landwirte die Ernten auf die Konsumenten verteilen. 

[5.3.3] Wir fordern, dass ein Teil der landwirtschaftlichen Subventionen für eine entsprechende Umstrukturierung der Landwirtschaft eingesetzt wird. Die Aufgaben der Landwirtschaftsämter müssen dahingehend umgebaut werden, dass sie als Regionalmanager den Umbau organisieren. Die regionalen Landwirtschaftsämter sollen volle Souveränität bei der Verteilung der EU-Fördermittel erhalten. 

[5.3.4] Die Bevölkerung soll über den Wert der regionalen Versorgungssouveränität bei der Nahrungsmittelherstellung aufgeklärt werden, für die Änderung des Kaufverhaltens soll geworben werden.

[5.3.5] Die Richtlinien der EU Landwirtschaftsverordnung sollen künftig zusammen mit Konsumentenvertretern und nicht nur mit der Bauernschaft abgestimmt werden.